Day 1: Reflective Living
Reflektiertes Leben
„Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten..“ (Matthäus 6,6)
Ignatius betrachtete eine bestimmte Praxis als unverzichtbar für den inneren Weg des Pilgers. Es handelt sich dabei um das Gebet, das gemeinhin als „Examen“ oder „Tagesrückblick“ bekannt ist, und er bestand darauf, dass diese Praxis auch dann gewissenhaft beibehalten werden sollte, wenn keine Zeit für andere Gebetsformen bliebe. Dieses Rückblickgebet lädt uns dazu ein, jeden Tag einen kurzen Moment damit zu verbringen, die Ereignisse des Tages mit den Augen des Glaubens Revue passieren zu lassen.
Diese Art des besinnlichen Gebets zu einem Teil unseres täglichen Lebens zu machen, ist die Grundlage der spirituellen Kunst eines reflektierten Lebens und die Basis einer beständigen persönlichen Beziehung zu dem Gott, der nicht nur jenseits von uns, sondern auch tief in uns und überall um uns herum ist.
Betrachtung
Wenn ich auf meinen Tag zurückblicke: Wofür bin ich am dankbarsten? Gibt es etwas, das ich bedauere?
Was hat mich heute ermutigt oder herausgefordert?
Was hat mir das Gefühl gegeben, lebendiger zu sein, mich anderen und meinem wahrhaftigsten Selbst näher zu fühlen? Ist etwas geschehen, wodurch ich mich geschwächt oder in irgendeiner Weise von anderen oder von meinem wahrhaftigsten Selbst entfremdet gefühlt habe?
Inwiefern habe ich die Gegenwart Gottes wahrgenommen, vielleicht durch die Freundlichkeit anderer? Wie möchte ich im Gebet meine Reaktion auf die Ereignisse des Tages zum Ausdruck bringen?
Tagesgebet
Herr, bitte hilf mir, mir Raum zu schaffen, um in Deinem Licht über die Ereignisse und Begegnungen des Tages nachzudenken. Wecke mein Herz, damit ich die Realität Deiner Gegenwart in jedem Augenblick erkennen kann. Leite meine Schritte und sei mein stets gegenwärtiger Begleiter.
Novenengebet
Herr, ich trete vor Dich, angezogen von Deinem Heiligen Geist, inspiriert vom Leben und der Lehre Deines Dieners Ignatius, und bringe Dir in dieser besonderen Gebetszeit mein persönliches Anliegen vor (nennt Euer Ihr persönliches Anliegen). Wie Ignatius wünsche ich mir, Dich klarer zu erkennen, Dir näher zu folgen und Dich inniger zu lieben. In Anlehnung an seine Worte und in der Kraft Deines Geistes wage ich zu beten: Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, mein Verständnis und meinen gesamten Willen, alles, was ich habe und mein Eigen nenne. Du hast mir alles gegeben, Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles gehört Dir, verfüge darüber nach deinem Willen. Gib mir nur deine Liebe und Gnade. Das ist genug für mich.