Day 2: A Gospel Apprenticeship
Mit dem Evangelium lernen
‘Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach..’ (Matthew 4: 18-20)
Der Weg der ignatianischen Exerzitien ist ein kontinuierlicher Weg des persönlichen Gebets, der größtenteils auf der Betrachtung von Szenen und Begebenheiten aus dem Evangelium beruht und den Pilger durch das irdische Wirken Jesu, sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung führt, stets begleitet von der Frage: Was sagt mir diese Stelle? Was verlangt sie von mir?
Wenn wir uns betend durch die Evangelien bewegen, werden wir zu Lehrlingen des Meisters; wir folgen ihm auf Schritt und Tritt, beobachten ihn bei seinem Tun und lernen, seinen Haltungen und Werte in unserem eigenen Leben nachzueifern. Während wir ihm nachfolgen, lernen wir auch, dass dies seinen Preis hat und in irgendeiner Form Widerstand hervorrufen wird, dass wir jedoch mit dem Meister an unserer Seite und seinem Geist in uns gemeinsam mit ihm die Dunkelheit überwinden werden. Das Nachdenken über eine Szene oder ein Ereignis aus dem Evangelium als Form des Gebets ist ein wirkungsvoller Weg, unser eigenes Leben mit dem Vorbild Jesu zu verbinden.
Betrachtung
Während ich die für heute ausgesuchte Perikope lese, bitte ich um die Gnade, mich gedanklich in sie hineinzuversetzen, so als wäre ich selbst dabei.
Wo finde ich mich in der Geschichte wieder, und was berührt mich am tiefsten? Inwiefern spricht sie mein eigenes Leben und meine Lebensumstände an?
Falls ich den Wunsch verspüre, mit Jesus ins Gespräch zu treten, was möchte ich ihm dann sagen?
Tagesgebet
Ich bitte um die Gnade, mich in aller Tiefe ganz persönlich mit Jesus in seinem irdischen Wirken auseinanderzusetzen und von ihm zu lernen, was es bedeutet, dem Menschen treu zu bleiben, als den Du mich geschaffen hast. Möge ich ihm durch sein Leiden und seinen Tod hindurch treu zur Seite stehen. Mögen mein Herz und mein Verstand sich immer enger an den Verstand und das Herz des Einen angleichen, dem ich folge.
Novenengebet
Herr, ich trete vor Dich hin, angezogen von Deinem Heiligen Geist, inspiriert vom Leben und der Lehre Deines Dieners Ignatius, und bringe Dir mein persönliches Anliegen für diese Gebetszeit dar (nennt Euer persönliches Anliegen). Wie Ignatius wünsche ich mir, Dich klarer zu erkennen, Dir näher zu folgen und Dich inniger zu lieben. In Anlehnung an seine Worte und in der Kraft Deines Geistes wage ich zu beten: Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, mein Verständnis und meinen gesamten Willen, alles, was ich habe und mein Eigen nenne. Du hast mir alles gegeben, Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles gehört dir, verfüge darüber nach deinem Willen. Gib mir nur deine Liebe und Gnade. Das ist genug für mich.“