Day 3: Dreams and Desires
Träume und Wünsche
‘ Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird!.’ (John 6: 27)
Während er sich nach der Schlacht von Pamplona von seinen Verletzungen erholte, verbrachte Ignatius seine Zeit teilweise damit, von den großen Taten zu träumen, die er vollbringen würde, und von den schönen Damen, um die er werben würde, sobald er wieder gesund wäre. Als man ihm jedoch Bücher über das Leben Christi und die Lebensgeschichten der Heiligen anbot, nahmen seine Tagträume eine neue Wendung. Er begann davon zu träumen, wie auch er ein Heiliger werden und große Taten für Gott vollbringen könnte.
Dabei bemerkte er einen Unterschied zwischen seinen Tagträumen. Diejenigen, die sich auf irdische Errungenschaften und Eroberungen konzentrierten, verblassten bald und hinterließen bei ihm ein Gefühl der Leere. Diejenigen aber, die sich auf das himmlische Reich konzentrierten, behielten ihre Anziehungskraft, inspirierten ihn und erfüllten ihn mit Energie. Es war der Unterschied zwischen bloßen Tagträumen und Gott-Träumen. Die Tagträume spiegelten lediglich seine eher oberflächlichen Hoffnungen und Wünsche wider. Die Gottesträume waren Ausdruck seiner tiefsten, oft unbewussten Sehnsüchte.
Betrachtung
Spricht mich diese Unterscheidung im Innersten an? Erkenne ich darin einige meiner eher oberflächlichen Sehnsüchte und Wünsche wieder?
Wenn ich tiefer in das Gebet eintauche, kann ich dann die Spuren meiner tiefsten Sehnsüchte erkennen? Wonach sehne ich mich am meisten?
Habt keine Angst vor dem „Verlangen“. Auf seiner tiefsten Ebene ist es der Punkt, an dem unsere eigenen Sehnsüchte auf Gottes Sehnsucht nach uns treffen.
Tagesgebet
Bitte hilf mir, den Unterschied zwischen den Dingen zu erkennen, die ich mir wünsche, die aber oberflächlich sind, und jenen, die im tiefsten Innersten meines Herzens verwurzelt sind. Gewähre mir die Gnade, meine Aufmerksamkeit und Energie auf das, was am tiefsten in mir ist, zu richten und nach und nach mein Streben nach dem aufzugeben, was keinen bleibenden Wert hat. Führe mich tiefer in das Herz dessen, wonach ich mich wirklich sehne, damit sich in diesem reinen Raum meine Sehnsüchte mit Deiner Sehnsucht nach mir vereinen mögen.
Novenengebet
Herr, ich trete vor Dich hin, angezogen von Deinem Heiligen Geist, inspiriert vom Leben und der Lehre Deines Dieners Ignatius, und bringe Dir mein persönliches Anliegen für diese Gebetszeit dar (nennt Euer persönliches Anliegen). Wie Ignatius wünsche ich mir, Dich klarer zu erkennen, Dir näher zu folgen und Dich inniger zu lieben. In Anlehnung an seine Worte und in der Kraft Deines Geistes wage ich zu beten: Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, mein Verständnis und meinen gesamten Willen, alles, was ich habe und mein Eigen nenne. Du hast mir alles gegeben, Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles gehört dir, verfüge darüber nach deinem Willen. Gib mir nur deine Liebe und Gnade. Das ist genug für mich.“