Day 4: Whose Kingdom?
Wessen Reich?
„Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,24)
Ignatius war Soldat. Eine der zentralen Meditationen in den Geistlichen Übungen greift das Beispiel der Standarte oder der Fahne auf, unter der sich die Truppen gegnerischer Armeen versammelten. Auch wenn diese Bildsprache in unserer Zeit vielleicht nicht sehr ansprechend wirkt, erinnert sie uns doch daran, dass wir immer wieder dazu aufgerufen sind, uns zu entscheiden, wem bzw. was wir unsere Energie und Leidenschaft widmen wollen, nämlich dem Reich Gottes oder unseren eigenen Interessen. Wir können nicht beides tun. In zeitgemäßer Sprache könnten wir die Herausforderung der ignatianischen Meditation über die „zwei Standarten“ in der Frage ausdrücken: „Wessen Reich diene ich in dieser Situation oder bei dieser Entscheidung wirklich? Dem Reich Gottes oder meinem eigenen?“
Auf unserem spirituellen Weg müssen wir begreifen, dass sich das Leben nicht um uns und unsere Wünsche und Ansprüche dreht, sondern dass unser wahres Leben von einem weitaus tieferen Schwerpunkt getragen wird, um den sich die gesamte Schöpfung dreht und den wir Gott nennen.
Betrachtung
Wenn ich auf meinen Tag zurückblicke, wo habe ich meinem eigenen Reich oder den Reichen anderer und der Welt gedient, anstatt dem wahren Mittelpunkt und Kern des Lebens in Gott?
Wann habe ich mich heute meinem wahren Innersten und Gott nahe gefühlt, und wie habe ich Gottes Wirken in meinem Leben erfahren?
Es kann kostspielig sein, in einer Welt, in der es so viel Falschheit und Täuschung gibt, für die Wahrheit einzustehen. Wann habe ich in meinem eigenen Leben erfahren, welcher Preis damit verbunden ist, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten?
Tagesgebet
Meine Gedanken und mein Herz geraten so leicht aus ihrer wahren Bahn um Dich und Dein Reich. Ich bitte um die Gnade, zu erkennen, wann dies geschieht, und mich wieder Dir, meinem wahren Mittelpunkt, zuzuwenden. Bitte schenke mir den Mut, standhaft für das einzustehen, was richtig und wahr ist, koste es, was es wolle.
Novenengebet
Herr, ich trete vor Dich hin, angezogen von Deinem Heiligen Geist, inspiriert vom Leben und der Lehre Deines Dieners Ignatius, und bringe Dir mein persönliches Anliegen für diese Gebetszeit dar (nennt Euer persönliches Anliegen). Wie Ignatius wünsche ich mir, Dich klarer zu erkennen, Dir näher zu folgen und Dich inniger zu lieben. In Anlehnung an seine Worte und in der Kraft Deines Geistes wage ich zu beten: Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, mein Verständnis und meinen gesamten Willen, alles, was ich habe und mein Eigen nenne. Du hast mir alles gegeben, Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles gehört dir, verfüge darüber nach deinem Willen. Gib mir nur deine Liebe und Gnade. Das ist genug für mich.“