Day 5: Light and shadow
Licht und Schatten
„Das Volk, das in der Finsternis ging,“
sah ein helles Licht;
über denen, die im Land des Todesschattens wohnten,
strahlte ein Licht auf.
(Jesaja 9,2)
Ein Schlüssel zu Ignatius’ Weisheit hinsichtlich klügerer Entscheidungen (der Kunst der Unterscheidung) ist sein Verständnis von geistlichem Trost und geistlicher Trostlosigkeit. Diese Begriffe leiten sich vom Lateinischen „con sol“ (mit der Sonne) und „de sol“ (von der Sonne weg) ab. Wenn wir uns die „Sonne“ als das Licht Christi vorstellen, bedeutet geistlicher Trost, auf dieses wahre Licht ausgerichtet zu sein, das all unsere Entscheidungen und Handlungen erleuchtet. Geistliche Trostlosigkeit bedeutet hingegen, sich von diesem Licht abzuwenden und sich stattdessen auf seinen eigenen Schatten zu konzentrieren.
Als wir noch klein waren, haben uns unsere Eltern wenn wir bei den Hausaufgaben mit dem Rücken zum Licht saßen, gewarnt, dass wir „uns selbst im Licht“ säßen und deshalb nicht gut sehen könnten, was wir taten. Wenn wir uns umdrehten, würde das Licht auf unsere Arbeit fallen, und es wäre viel leichter, die richtigen Antworten zu finden.
Wir wenden uns leicht vom Licht Christi ab und „sitzen un selbst im Licht“, indem wir versuchen, unseren Weg nach vorne anhand unseres eigenen unvollkommenen und begrenzten Verständnisses zu finden. Dies ist die geistige Trostlosigkeit, die uns in Verwirrung und möglicherweise schädliche Entscheidungen führt.
Die gute Nachricht ist: Wann immer wir erkennen, dass wir uns vom Licht abgewandt haben, müssen wir uns ihm nur wieder zuwenden, damit das Licht erneut auf uns scheint und mittels der Gabe des geistlichen Trostes unsere Schritte leitet.
Betrachtung
Wende ich mich in der Situation, die mir derzeit am meisten Sorgen bereitet, dem Licht zu und lasse es auf das Problem scheinen, oder sitze ich da und blicke auf meinen eigenen Schatten?
Wann habe ich gespürt, wie das Licht Christi meinen Weg erhellte und der Heilige Geist meine Schritte leitete? Zu der Zeit erschien mir der vor mir liegende Weg viel klarer. Ich danke Gott für diese Momente.
Manchmal überkommt uns ganz unerwartet geistlicher Trost. Wann habe ich eine solche unerwartete Gnade erlebt, und inwiefern hat sie mich herausgefordert oder verändert?
Tagesgebet
IIch bitte um die Gnade, zu erkennen, wenn ich mich vom Licht Christi abwende und versuche, meinen Weg mittels meines eigenen unvollkommenen Verständnisses zu finden. Bitte schenke mir die Demut, umzukehren und Dein Licht in der Gabe des geistlichen Trostes voll und ganz auf meinen Verstand und mein Herz scheinen zu lassen. Bewahre mich vor der Illusion, dass „ich es am besten weiß“, und erneuere meinen Glauben an Dich allein, den allwissenden, allliebenden Gott.
Novenengebet
Herr, ich trete vor Dich hin, angezogen von Deinem Heiligen Geist, inspiriert vom Leben und der Lehre Deines Dieners Ignatius, und bringe Dir mein persönliches Anliegen für diese Gebetszeit dar (nennt Euer persönliches Anliegen). Wie Ignatius wünsche ich mir, Dich klarer zu erkennen, Dir näher zu folgen und Dich inniger zu lieben. In Anlehnung an seine Worte und in der Kraft Deines Geistes wage ich zu beten: Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, mein Verständnis und meinen gesamten Willen, alles, was ich habe und mein Eigen nenne. Du hast mir alles gegeben, Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles gehört dir, verfüge darüber nach deinem Willen. Gib mir nur deine Liebe und Gnade. Das ist genug für mich.“