Alternatives
Präsenz
Ich trete vor Dich hin, oh Herr, und ich nehme mir einen Moment Zeit, um meinen Geist von all den widersprüchlichen Gedanken hinsichtlich dieser Entscheidung, die ich treffen muss, zu befreien. Ich lege diese Entscheidung in Deine Hände und bitte Dich, mir Deinen Heiligen Geist zu senden, damit er mich durch diesen Entscheidungsprozess leitet. Ich bleibe offen für alle Optionen und Möglichkeiten, die mir durch meine Träume und Wünsche bewusst werden könnten. Komm, Heiliger Geist, und führe mich auf diesem Weg.
Alternativen
Wisst Ihr, welche Bilder Euch leiten und beeinflussen? Stammen sie vom guten Geist, oder sind sie vielleicht von der Mode oder den Gruppen in Eurem Umfeld beeinflusst? Wer gestaltet Euer Leben für Euch? Die Vorstellungskraft ist nämlich ein bedeutender Weg zu neuen Möglichkeiten. Verwechselt sie nicht mit oberflächlicher Fantasie. Und der Glaube ist die größte aller Möglichkeiten, oder das Leben mit Gott; das ist immens. Und Euren eigenen Weg als Gläubige zu finden, ist die größte Möglichkeit. Wenn ich so darüber nachdenke, bedeutet Glaube eigentlich, sich ein Leben mit Christus vorzustellen, denn er verleiht allem eine ganz neue Vorstellungskraft.
Betrachtung
Wir sollten uns von Anfang an darüber klar sein, dass es hier nicht um die Wahl zwischen Gut und Böse geht. Sich für das Gute zu entscheiden bedeutet, seine Begabungen einzusetzen, um etwas Positives für unsere Welt zu schaffen. Sich für das Böse zu entscheiden bedeutet, etwas Zerstörerisches in die Welt zu bringen. Es sollte offensichtlich sein, dass dies nicht die Art von Entscheidung ist, von der wir hier sprechen.
Vielmehr geht es bei der Entscheidung, die wir hier im Blick haben, um die Wahl zwischen zwei guten Möglichkeiten: Soll ich beispielsweise Stelle A oder Stelle B annehmen? Soll ich zu Hause bleiben oder ins Ausland gehen? Bin ich dazu berufen, zu heiraten, ledig zu bleiben, Priester zu werden oder einer Ordensgemeinschaft beizutreten? Wie treffe ich angesichts solcher Entscheidungen eine Wahl?
Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, Gott im Licht meiner konkreten Lebensumstände zu bitten, mir die Entscheidung zu überlassen, was Ihm und der Menschheit am besten dient und was am ehesten mit meinen eigenen, von Gott gegebenen Sehnsüchten im Einklang steht. Dies ist eine Gabe, um die wir häufig bitten sollten, da sie für unser Leben von grundlegender Bedeutung ist. Es bedeutet, im Herzen einen Ort der Freiheit und Großzügigkeit zu betreten.
Vor dem Hintergrund dieser Einstellung könnte man die folgende „Tagträumerei“-Übung ausprobieren.
Ich wähle von den beiden Alternativen, die mir vorschweben, die erste aus und stelle mir vor, wie ich diese Entscheidung umsetze, als würde ich sie gerade leben. Ich tauche in diese Entscheidung ein, verkörpere sie und mache sie mir zu eigen. Ich achte darauf, wie ich mich dabei fühle und wie ich reagiere. Fühle ich mich darin wohl oder nicht? Verspüre ich ein Gefühl des Friedens oder das Gegenteil? Habe ich das Gefühl, dass sie zu meinen Träumen passt? Scheint sie zu meinen Begabungen zu passen? Bietet sie mir Raum zu wachsen? Fordert sie mich heraus, über meine Grenzen hinauszugehen? Ich schreibe auf, wie sich diese Erfahrung anfühlt, ohne meine Gedanken zu filtern oder in irgendeiner Weise zu ordnen. Dies ist keine literarische Übung und sie ist nur für meine Augen bestimmt!
Wenn ich dies getan habe, wende ich mich der zweiten Option zu und durchlaufe genau denselben Vorgang noch einmal, diesmal aus der anderen Perspektive.
Es ist oft sinnvoll, diese Übung mehrmals zu wiederholen, bis man das Gefühl hat, jede Wahl wirklich als gelebte Realität erfahren zu haben. Nun sollte man in der Lage sein, die beiden Erfahrungen miteinander zu vergleichen und gegeneinander abzuwägen, um ein Gespür dafür zu entwickeln, welche davon das innerste Selbst mehr anspricht und welche in der jeweiligen Situation Gott und der Menschheit am besten dienen würde. Es kann einige Zeit dauern, bis sich dies herauskristallisiert; man sollte daher der Versuchung widerstehen, voreilige Schlüsse zu ziehen.
Wenn man das Gefühl hat, dass eine der Alternativen für einen besonders geeignet erscheint, legt man diese Entscheidung Gott vor und bittet ihn um Bestätigung. Die Bestätigung erfolgt in der Regel in Form eines immer stärker werdenden Gefühls des Friedens – eines Friedens, der über die Zeit hinweg anhält. Auf Entscheidungen, die in dieser Art von Frieden verwurzelt sind, können wir vertrauen.
Der nächste Schritt
Mit ganzem Herzen vertrau auf den HERRN, / bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade! Sprüche 3,5–6. Er wird Dir helfen, die für Dich bessere Alternative zu wählen.