Feelings
Präsenz
Ich trete vor Dich hin, oh Herr, und ich nehme mir einen Moment Zeit, um meinen Geist von all den widersprüchlichen Gedanken hinsichtlich dieser Entscheidung, die ich treffen muss, zu befreien. Ich lege diese Entscheidung in Deine Hände und bitte Dich, mir Deinen Heiligen Geist zu senden, damit er mich durch diesen Entscheidungsprozess leitet. Ich bleibe offen für alle Optionen und Möglichkeiten, die mir durch meine Träume und Wünsche bewusst werden könnten. Komm, Heiliger Geist, und führe mich auf diesem Weg.
Gefühle
Wir sind alle ein bisschen wie ein Pendel, unsere Gefühle schwanken ständig. Doch diese wechselnden Gefühle enthalten Botschaften für uns. Im Abendgebet der Kirche am Samstagabend findet sich ein Psalm, in dem es heißt: „Du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle. “
Am Samstagabend gibt es reichlich Korn und jungen Wein, und das ist in Ordnung, doch dieses uralte Gedicht lädt uns ein, eine größere Freude zu erkennen. Etwas, das uns beständigere Freude und beständigeren Frieden schenkt als bloß gewöhnlicher Genuss. Was lässt unser Herz höher schlagen? Was beflügelt unseren Geist? Nehmen wir es wahr, vertrauen wir darauf. Unser Herz kann uns Wegweiser sein. Ein Wegweiser hin zu tieferen Gefühlen, zu dauerhafteren Gefühlen. Halten wir Ausschau nach ihnen.
Betrachtung
Gefühle tauchen ständig in uns auf und haben großen Einfluss auf unser Leben. Manchmal sind sie angenehm, etwa wenn wir von der Schönheit der Natur berührt werden, die Güte von Menschen bewundern oder uns voller Staunen über das Geschenk des Lebens freuen. Zu anderen Zeiten können Gefühle negativ sein, etwa wenn wir vor einer Prüfung Angst verspüren, uns Sorgen um unsere Gesundheit machen oder um den Verlust eines geliebten Menschen trauern.
Der heilige Ignatius, der Gründer der Jesuiten, fordert uns auf, unsere Gefühle wahrzunehmen und sie ernst zu nehmen. Insbesondere rät er uns, einerseits auf jene Gefühle zu achten, die uns zu Gott hinziehen, und andererseits auf jene, die uns von Gott entfernen. Gefühle, die uns Gott näherbringen, bezeichnet er als „Trost“; Gefühle, die den gegenteiligen Effekt haben, nennt er „Trostlosigkeit“.
Trost bedeutet nicht immer ausschließlich angenehme Gefühle. So können sich beispielsweise Eltern, die sich nachts um ein krankes Kind kümmern, über den damit verbundenen Schlafmangel ärgern. Dennoch sind sie auf einer tieferen Ebene mit sich im Reinen: Sie wissen, dass dies das Richtige ist und dass sie nichts anderes tun können. Sie befinden sich im Zustand des Trostes. Andererseits könnte sich jemand allen möglichen oberflächlichen Vergnügungen hingeben, sich aber tief im Inneren leer und unzufrieden fühlen. Trotz des äußeren Anscheins befände sich diese Person im Zustand der Trostlosigkeit.
Ignatius rät uns, uns dieser inneren Regungen bewusst zu sein, um „die Geister zu unterscheiden“. Trost führt uns zu wahrer Erfüllung: Er treibt uns zur Einheit mit Gott, mit anderen und mit uns selbst. Wir sollten der Richtung vertrauen, die er uns weist. Trostlosigkeit hingegen ist ein Warnzeichen dafür, dass wir Gefahr laufen, vom Weg abzukommen, indem wir uns selbst zum Mittelpunkt des Universums machen! Wir sollten dem Drang widerstehen, im Zustand der Trostlosigkeit Entscheidungen zu treffen.
Der nächste Schritt
Mit ganzem Herzen vertrau auf den HERRN, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade! Sprüche 3,5–6. Hören wir auf unsere Gefühle. Vielleicht haben sie uns etwas zu sagen.