Talents
Präsenz
Ich trete vor Dich hin, oh Herr, und ich Inehme mir einen Moment Zeit, um meinen Geist von all den widersprüchlichen Gedanken hinsichtlich dieser Entscheidung, die ich treffen muss, zu befreien. Ich lege diese Entscheidung in Deine Hände und bitte Dich, mir Deinen Heiligen Geist zu senden, damit er mich durch diesen Entscheidungsprozess leitet. Ich bleibe offen für alle Optionen und Möglichkeiten, die mir durch meine Träume und Wünsche bewusst werden könnten. Komm, Heiliger Geist, und führe mich auf diesem Weg.
Begabungen
Im Evangelium gibt es zwei Gleichnisse, in denen es darum geht, etwas zu vergraben. Das eine ist traurig, das andere freudig.
Ihr erinnert Euch sicherlich an den Mann, der sein einziges kleines Talent aus Furcht in der Erde vergrub, sodass es sich niemals vermehrte. Es gibt jedoch noch eine andere Geschichte über jemanden, der durch ein Feld ging, einen verborgenen Schatz fand und sich darüber freute. Er vergrub ihn wieder in dem Feld und ging glücklich davon, um dieses Feld eines Tages sein Eigen nennen zu können.
Eure Begabung, auch wenn sie noch so gering scheint, ist ein Schatz. Zweifelt nicht daran. Und jeder kann diesen Schatz in seinem Leben voller Freude zu seinem eigenen machen.
Ich habe einmal einen Schüler gefragt: „Weißt Du, worin Deine Begabung besteht?“ Die Antwort war großartig. Er sagte zu mir: „Niemand hat Angst vor mir. Die Menschen fühlen sich in meiner Gegenwart wohl.“
Achten wir auf unsere Begabungen, nicht nur auf die Erfolge. Denn niemand auf dieser ganzen Welt kann das zum Leben erwecken, was jeder einzelne von uns vermag.
Betrachtung
Im Laufe des Lebens kommen unsere Begabungen allmählich zum Vorschein. Wir beginnen, klarer zu erkennen, worin wir gut sind, zu wissen, was wir wirklich lieben, und die Begabungen von Persönlichkeit und Verstand sowie die praktischen Fähigkeiten, die Gott uns geschenkt hat, zu schätzen.
Neben unserer eigenen Wahrnehmung benötigen wir natürlich auch die Hilfe anderer, um unsere Talente zu entdecken und zu bestätigen. Ihre Kommentare und Beobachtungen können uns die Augen für Dinge öffnen, die wir selbst vielleicht nicht sehen, und sie können uns auch davor bewahren, uns etwas vorzumachen! Manchmal neigen wir dazu, unsere Talente zu überschätzen, und dann ist eine Korrektur von außen notwendig. Häufiger neigen wir jedoch dazu, unsere Begabungen, die andere vielleicht ganz klar erkennen, zu unterschätzen.
Sobald wir davon überzeugt sind, dass unsere Begabungen echt und wertvoll sind, sollten wir uns die Welt genau anschauen und überlegen, wie und wo wir sie am besten einsetzen können. Wie könnte ich dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Wie könnte ich etwas bewirken? Unsere Begabungen sind für andere bestimmt, und wenn wir sie nicht in den Dienst anderer stellen, können wir sie leicht ganz verlieren. Wie das Sprichwort sagt: „Was man nicht nutzt, verliert man!“
Dies scheint die Botschaft des Gleichnisses von den Talenten zu sein (Lukas 19,11–28).
Hier ist eine Übung, die uns dabei helfen kann, unsere Talente einzuschätzen, um konkrete Entscheidungen zu treffen. Schreibt auf, worin Eurer Meinung nach Eure Talente bestehen. Scheut Euch nicht, Euch selbst zu loben: Eure Talente sind unverdiente Gaben Gottes. Bittet anschließend Freunde oder Familienmitglieder – Menschen, die Ihr gut kennt und denen Ihr vertrauen könnt –, die Talente und Begabungen aufzuschreiben, die sie in Euch sehen. Bittet sie, dabei so konkret wie möglich zu sein.
Nehmt einen Vergleich und eine Gegenüberstellung der Antworten vor. Wenn dieselbe Begabung mehrmals genannt wird, kann dies als Bestätigung dafür gewertet werden, dass Ihr diese Begabung besitzt. Gelegentlich werdet Ihr vielleicht überrascht sein, dass andere Menschen in Euch bestimmte Begabungen erkennen, deren Ihr Euch selbst nicht bewusst wart – und das sollte Anlass sein, innezuhalten und darüber nachzudenken. Andererseits kann sich herausstellen, dass etwas, das Ihr als Eure Begabung angesehen habt, für andere Menschen nicht so offensichtlich ist. Auch dies kann Euch ein Denkanstoß sein. Eine weitere, umfassendere Liste Eurer Begabungen und Talente könnte in dieser Phase sinnvoll sein.
Anschließend könntet Ihr denselben Prozess noch einmal durchgehen und Euch selbst – sowie Euren vertrauten Freunden – die Frage stellen, wo Eure Begabungen am besten zum Wohle anderer und der größeren Gemeinschaft eingesetzt werden könnten. Wie zuvor wird dieser Prozess möglicherweise bestätigen, was Ihr bereits wisst, aber er könnte Euch auch neue Möglichkeiten aufzeigen, die Euch zuvor noch nicht in den Sinn gekommen sind, oder Euch dazu bringen, Dinge zu hinterfragen, die Ihr bisher für selbstverständlich gehalten habt.
Wenn Ihr diese beiden Antworten miteinander verknüpft, sollte Euch dies dabei helfen, zu entscheiden, wie Ihr Eure Begabungen am besten in den Dienst anderer stellen könnt.
Der nächste Schritt
Mit ganzem Herzen vertrau auf den HERRN, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade! Sprüche 3,5–6. Euch wurden Talente und Gaben geschenkt. Werdet Euch dieser bewusst.