Der Mann mit dem undichten Eimer

Schreiben wir niemanden ab, weil er in unseren Augen nicht den Anforderungen entspricht. In den Augen Gottes ist jeder Mensch wertvoll, denn „alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist zu verwerfen, wenn man es mit Danksagung annimmt“ (1 Timotheus 4:4).

In der chinesischen Kultur gibt es eine Geschichte über einen Mann mit einem undichten Eimer. Sie geht so.

Es war einmal ein Mann, der trug zwei Eimer, die er auf seinen Schultern balancierte, einen auf jeder Seite. Jeden Tag ging er zum Brunnen und füllte die beiden Eimer mit frischem Wasser. Als er nach Hause kam, war ein Eimer voll und der andere halb voll. Der volle Eimer war selbstgefällig und stolz auf sich. Der halbvolle Eimer entschuldigte sich ängstlich, weil er undicht war. ‚Keine Sorge, keine Sorge‘, sagte der Mann. ‚Hast du nicht die schönen Wildblumen bemerkt, die auf deiner Seite der Straße wachsen, wenn wir nach Hause gehen? Mit dem Wasser, das aus deinem Eimer ausgelaufen ist, hast du sie jeden Tag gegossen.‘
Anne Marie Sweeney, The Sacred Heart Messenger, Februar 2024