Es ist unser Ziel, ganz in Gottes Gegenwart zu leben

Wenn wir in einer guten Beziehung zu Gott stehen, versucht der böse Geist, uns aus dem Gleichgewicht zu bringen, indem er uns ängstlich, frustriert, unzufrieden und traurig macht. Wir sollten nicht sein Spiel mitspielen, indem wir auf die Versuchung eingehen oder mit diesen hinderlichen Gedanken oder Eingebungen hadern. Tun wir dies, werden wir den Kampf wahrscheinlich verlieren. Stattdessen sollten wir ruhig in Gottes Gegenwart zurückkehren. Wie es im Buch Exodus heißt: „Der HERR kämpft für euch, ihr aber könnt ruhig abwarten.“ (2.Mose 14,14).
Das Beispiel Mariens lehrt uns, dass wahre Freude daraus entsteht, mit der Quelle aller wahren Freude vereint zu sein: Gott. Je mehr wir eins mit Gott sind, desto weniger lassen wir uns von Ängsten, Sorgen und Schmerzen beunruhigen. Wir müssen uns nicht gegen diese Einflüsse wehren, denn Gottes Gegenwart selbst ist unser Schutz. Schon während Maria auf Erden lebte, war es, als befände sie sich bereits im Himmel, denn sie war ganz in Gottes Gegenwart und verehrte stets den Einen, der sie mit Licht und Freude erfüllte. Und als sich ihr Leben dem Ende zuneigte, wurde das Licht, das schon immer in ihrem Herzen geleuchtet hatte, immer intensiver. Es zog ihr ganzes Wesen nach oben, als wolle es sie von der Erde entreißen und dorthin emporheben, wo ihr Geist bereits schwebte, damit sie ihr wunderschönes Magnifikat in Dankbarkeit gegenüber Gott für immer und ewig singen könne.

Thomas Casey SJ, Lächeln der Freude: Maria von Nazareth