In die Dunkelheit blicken

Wir alle erfahren zuweilen Dunkelheit im Leben. Wenn wir in die Dunkelheit und Leere blicken, können wir erkennen, dass unsere Probleme, auch wenn sie groß zu sein scheinen, nie die ganze Geschichte ausmachen. Für mich führen Entschleunigung und Wiedererlangung der Disziplinen des Gebets und der Reflexion nicht zu einem Ort des Schreckens und des Verderbens, sondern zu einem Ort der Heilung. Es ist ein Ort der Begegnung mit der Realität, der Begegnung mit Gott.

Jedes Jahr am Karsamstag wird es still, und das dunkle, leere Grab schreit zu denen, die das Ende fürchten: „Kommt, seht!“ Und ich verstehe jetzt, warum sie zum Grab gehen mussten. Jesus lehrte sie, selbst in einer Zeit großen Elends, dass wir alle zum Grab gehen müssen – zu den dunklen und leeren Orten – so beängstigend das auch sein mag. Warum ruft er uns dorthin? Weil wir, wenn wir dorthin gehen, wenn wir in die Dunkelheit schauen, sehen werden, dass es gar nicht dunkel ist. Es kommt ein wunderbares Licht. Probleme, selbst der Tod, sind nicht das Ende. Da ist immer das Versprechen von drei Tagen später.

Brendan McManus SJ und Jim Deeds, Aus dem Chaos auftauchen