Johannes 11, 45-56

45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. 46 Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was er getan hatte. 47 Da beriefen die Hohepriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. 48 Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. 49Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht nichts. 50Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. 51Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. 52Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. 53 Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.

54 Jesus ging von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden umher, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, zu einer Stadt namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern.

55 Das Paschafest der Juden war nahe und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. 56 Sie suchten Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen.


Reflexion on Johannes 11, 45-56

Inspiration - 2026-03-28 Tägliches Gebet

Kaiphas, der Hohepriester, verfügte sowohl über religiöse als auch politische Macht unter den Juden. Er konnte sehen, wie die Dinge sich entwickelten, und stellte fest, dass in naher Zukunft vermutlich Unruhen auf sie zukommen würden. Von pragmatischer Natur fragte er sich, welches Unheil Jesus wohl anrichten würde, wenn man ihn frei herumlaufen ließe. Der Status quo wurde in Frage gestellt und es musste etwas getan werden. Also erklärte Kaiphas, dass ‚es besser sei, dass ein Mann für das Volk stirbt‘, als dass sie alle ins Unglück gestürzt würden. Für Jesus hat jedoch jeder einzelne Mensch Bedeutung, denn er hat jeden von uns beim Namen genannt. Er möchte, dass auch wir ihn beim Namen nennen, um zu gewährleisten, dass das Reich Gottes in unserer Welt Wirklichkeit wird.